Ben Shelton der neue Boss am Weissenhof

Nummer 1 der BOSS OPEN setzt sich im rein amerikanischen Finale in drei Sätzen 6:4, 2:6, 6:4 gegen Titelverteidiger und BOSS-Markenbotschafter Taylor Fritz durch.

Für Shelton war es nicht nur der dritte Turniersieg in dieser Saison, sondern auch der dritte auf einem unterschiedlichen Belag: in München siegte der 23-Jährige auf Sand, in Dallas auf Hardcourt – dort hieß der Finalgegner ebenfalls Taylor Fritz. Im direkten Vergleich hat Shelton mit seinem Sieg bei den BOSS OPEN auf 3:1 gestellt. Neben Jannik Sinner ist Shelton zudem der einzige Spieler, der 2026 bereits drei Turniersiege für sich verbuchen konnte.

Shelton, Nummer 5 der Welt, startete wie aus der Pistole geschossen in das Finale. Er nahm seinem Gegner gleich das Break zum 2:1 ab. Im nächsten Aufschlagspiel hatte Fritz gleich drei Mal die Möglichkeit zum Rebreak, vergab diese Chancen jedoch. Ebenso wie beim Stand von 4:3 für Shelton, als der Sieger des Vorjahres abermals zwei Breakchancen vorfand, die allesamt von Shelton vereitelt wurden. Danach servierte Shelton zum 6:4 aus.

Im zweiten Satz drehte sich das Bild komplett. Fritz schaffte das frühe Break zum 2:0 und ließ ein weiteres zum 6:2 folgen. Bei Stand von 1:1 in Sätzen hatte der Titelverteidiger plötzlich klar Oberwasser.

Im Schlusssatz ließ Fritz jedoch zu viele Chancen ungenutzt. Beim Stand von 3:2 für Fritz hatte die 28-jährige Nummer 9 der Welt zwei Chancen zur Vorentscheidung, beide Male konnte Shelton den Kopf aus der Schlinge ziehen. Bei 4:4 wackelte dann Fritz plötzlich, Shelton nutzte gleich den ersten Breakball und servierte in der Folge nach 1:48 ungefährdet aus.

Detail am Rande: Shelton stand sowohl im Achtel- als auch im Halbfinale schon vor dem Aus. Gegen Landsmann Marcos Giron musste Shelton im Achtelfinale einen Matchball abwehren, im Halbfinale gegen den Tschechen Jiri Lehecka derer sogar zwei. Am Ende steht nun aber sein sechster Turniersieg auf der ATP-Tour.

Den goldenen Konfettiregen bei der Siegerehrung kommentierte Shelton launig: „Das wird ein Alptraum, den Court wieder sauber zu bekommen.“ Überhaupt zeigte sich der neu BOSS OPEN-Sieger auch am Mikro als großer Entertainer. So entschuldigte er sich bei den Ballkindern: „Ich weiß, dass da heute ein paar ‚Raketen‘ auf euch zugekommen sind. Ich entschuldige mich bei allen, die ich diese Woche abgeschossen habe.“

Für Finalgegner Taylor Fritz hatte Shelton nur lobende Worte über: „Was du für das amerikanische Tennis geleistet hast, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Deine Karriere ist unglaublich und noch lange nicht vorbei. Ich weiß, dass du auf Rasen von Woche zu Woche besser bist. Ich bin schon sehr gespannt, was du die nächsten Wochen leisten kannst.“

Fritz, der entthronte Titelverteidiger, war einfach nur „happy, dass ich hier im Finale stehen durfte.“ Zugleich bedankte er sich bei seinem Team, das ihm in den letzten – verletzungsbedingt nicht einfachen – Monaten immer zur Seite gestanden ist. Zu Sieger Shelton meinte Fritz: „Er hat es sich verdient. Sein Weg ins Finale war brutal hart, er musste wegen des Wetters mehrmals am Tag auf den Platz. Das sagt viel über den Spieler aus, der er ist.“

Ein großes Dankeschön von beiden Spielern gab es für das Publikum, das in dieser Woche dem Wetter trotzte und trotz Regens die Spieler immer unterstützte: „Es war dieses Jahr wirklich nicht leicht mit dem Wetter“, so Fritz. „Aber die Unterstützung war die ganze Woche über großartig. Die Energie bei diesem Turnier ist einfach faszinierend.“

 
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