Finale lautet Fritz - Shelton

Taylor Fritz ist nach seinem Zweisatzsieg gegen den Kasachen Alexander Bublik nur mehr einen Schritt von der erfolgreichen Titelverteidigung entfernt. Sein Gegner im Finale am Sonntag (ab 14 Uhr) heißt Ben Shelton, der sich in einem epischen, fast dreistündigen Kampf gegen Jiri Lehecka in drei Sätzen durchsetzte. Damit treffen im Finale die beiden topgesetzten Spieler aufeinander.

Nach zwei hart erkämpften Dreisatzsiegen im Achtel- und Viertelfinale benötigte Taylor Fritz (USA/2) ausgerechnet im Halbfinale gegen den am Papier bislang stärksten Gegner gerade mal 68 Minuten, um sein zweites Finale in Folge am Stuttgarter Weissenhof zu fixieren. Am Ende stand ein glatter 6:4, 6:4-Sieg gegen den an Nummer 3 gesetzten Alexander Bublik.

Dabei sah es zunächst gar nicht nach einer klaren Angelegenheit für den BOSS-Markenbotschafter aus. Dank eines Doppelfehlers von Fritz startete Bublik gleich mit einem Break und einer 1:0-Führung in das Match. Bei 3:4 gab Bublik das Geschenk mit zwei Doppelfehlern seinerseits zurück. Mit dem Break zum 6:4 stellte Fritz schließlich auf 1:0 in Sätzen.

Im zweiten Satz war der Titelverteidiger bei eigenem Aufschlag dann unantastbar. Beim Matchball half Bublik mit einem Doppelfehler dann kräftig mit.

„Ich bin glücklich, hier wieder im Finale zu stehen“, erklärte Fritz noch am Court. „In den ersten beiden Matches musste ich hart kämpfen. Da ist es schwer zu glauben, dass ich das jetzt wieder geschafft habe.“

Angesprochen darauf, dass er der erste Spieler seit Thomas Muster in den 1990er-Jahren sein könnte, der den Titel in Stuttgart erfolgreich verteidigt, sagte Fritz: „Es ist immer cool, einen Titel zu verteidigen. Aber viel wichtiger ist, dass ein Sieg einen guten Start in die Rasensaison bedeuten würde. Ich fühle mich hier immer sehr wohl, es ist fast wie ein Heimspiel.“

Shelton nach Abwehr von Matchbällen im Finale

Das zweite Halbfinale entwickelte sich zu einem echten Thriller. Bei zwei ausgewiesenen Aufschlagspezialisten wie Ben Shelton und Jiri Lehecka war schon vor dem Match klar, dass es eine ganz enge Kiste werden würde. Das Ergebnis von 6:7 (4), 7:6 (14), 7:6 (6) nach 2:52 Stunden war dann der Beweis.

Die Partie enttäuschte nicht. Über das gesamte Match hinweg konnte keiner der beiden Spieler das Service des Gegners brechen, also musste jeweils das Tiebreak entscheiden. Im ersten Satz behielt Lehecka noch die Oberhand. Nach einem 3-4 Rückstand machte der an Nummer 4 gesetzte Tscheche vier Punkte in Folge und holte sich damit den Satz.

Das Tiebreak in Satz 2 war an Spannung nicht zu überbieten. Shelton wehrte zwei Matchbälle ab und verwandelte schließlich seinen achten Satzball zum 16-14 und dem Satzausgleich.

Im Schlusssatz waren beide Spieler bei ihren Aufschlaggames einmal mehr unantastbar, auch im Tiebreak ging es wieder hin und her. Diesmal schlug der Amerikaner jedoch früher zu und verwertete nach fast drei Stunden seinen zweiten Matchball zum 8-6. „Die Rasensaison ist kurz und ich versuche so viel Zeit wie möglich am Court zu verbringen“, erklärte Shelton im Siegerinterview lachend, nachdem er auch in den ersten beiden Matches bei den BOSS OPEN 2026 über die volle Distanz hatte gehen müssen. „Es gibt viele Wege, ein Match zu gewinnen. Hier habe ich mich immer für den kompliziertesten Weg entschieden.“ Für Gegner Jiri Lehecka hatte Shelton nur großes Lob: „Er hat heute unglaublich gespielt.“

Im Finale geht es nun gegen Landsmann Taylor Fritz. Im Head-to-head-Duell führt Shelton 2:1. Das letzte Duell bisher gab es erst vor wenigen Wochen in Dallas. Dieses ging in drei Sätzen an Shelton. „Es macht immer Spaß gegen Taylor zu spielen. Er ist einer der Topspieler, die wir in den USA haben. Ich hoffe, dass die Fans morgen wieder so zahlreich kommen und für ordentlich Wirbel sorgen.“

 
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Shelton komplettiert Halbfinale